Münzer 22

Bis zu den fünfziger Jahren gab es mehrere Münzfernsprecher, die sich nur in Details unterschieden. Ein Problem bei allen Münzern war das Kassieren des Geldes, zumal man bei den ersten Geräten nicht die Möglichkeit hatte, diesen Vorgang ferngesteuert, von der Vermittlung aus durchzuführen. Wie man das mit einfachen Mitteln trotzdem hinbekam, soll hier am Beispiel des M22 gezeigt werden, auch wenn wir ihn nicht in unserer Sammlung haben.

 

Der Münzfernsprecher M22 war hauptsächlich für Ortsgespräche im Selbstwählverkehr und handvermittelten Dienst vorgesehen, doch es bestand auch die Möglichkeit, handvermittelte Ferngespräche darüber abzuwickeln.

Wir wollen hier den Ablauf eines Ortsgesprächs kurz beschreiben.

 

Wenn der Teilnehmer den Hörer abnahm, konnte er das Freizeichen der Vermittlungsstelle hören, aber nicht wählen. Erst der Einwurf einer Münze schaltete mit einem Kontakt die Wählscheibe ein. Wenn die Verbindung zum gewünschten Partner aufgebaut war, konnte er den zwar hören aber nicht mit ihm sprechen. Nun musste er die so genannte Zähltaste drücken. Dadurch fiel die Münze in die Kassette und das Mikrofon wurde eingeschaltet. Nach dem Einhängen des Hörers gingen alle Kontakte mechanisch in ihre Ruhestellung.

Doch es waren damals auch schon handvermittelte Ferngespräche möglich. Die Vermittlungskraft musste dann den Teilnehmer nach Ablauf einer gewissen Zeit auffordern, eine Münze einzuwerfen. Zur Kontrolle betätigte die Münze über eine Zahnstange einen so genannten Schnarrkontakt. Die Vermittlungskraft hörte im Hörer ein charakteristisches Geräusch und wusste nun, dass der Teilnehmer bezahlt hatte.

 


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